Immer wieder Zweifel

Für gewöhnlich lassen wir Parti und Perlchen einfach spielen, was sie möchten, wie sie möchten. Wir spielen mit ihnen und bringen unsere Gedanken und Ideen mit ein, werfen Decken über den Esstisch und tadaaa, die coole Höhle ist geschaffen.

Manchmal frage ich mich aber intensiv, direkt, wie kann ich meine Kinder in ihrer Entwicklung am Besten unterstützen und fördern. Dabei geht es schon um Kleinigkeiten: Wie gut sollten sie mit Besteck essen können? Was sollten sie malen können? Was und wie spielen? Inwiefern muss ich bzw. müssen wir aktiv mit ihnen welche Spiele spielen oder ihnen bestimmte motorische, auch sportliche Fähigkeiten beibringen oder sie mit ihnen „üben“? Sicher, Vieles, Oberflächliches, wird in den U-Untersuchungen durch den Kinderarzt abgeprüft und in Augenschein genommen. Fahrrad fahren oder mit Besteck essen jedoch nicht. Nun ist Fahrrad fahren natürlich kein Muss sowohl in jungen Jahren als auch später im Alter. Nichtsdestotrotz vergleicht man unweigerlich mit der eigenen Kindheit und hat von den Erzählungen der eigenen Eltern oder aus den eigenen Erinnerungen bestimmte Vorstellungen und setzt eventuell Maßstäbe. Diese müssen aber selbstverständlich nicht auf die eigenen Kinder anwendbar sein. Ich finde jedoch, dass die Erkenntnis dahin das ein ums andere Mal erst aufkommen muss und die Frage, ob ich meine Kinder über- oder unterfordere steht im Raum.

Ich habe das Glück, dass ich nicht alleine bin. Erstens haben unsere Kinder selbst tolle, kreative Ideen und Wünsche, wie sie was angehen möchten, was sie können oder lernen wollen. Sie entspringen ihrer Fantasie und dem Miteinander. Zweitens habe ich meinen Mann. Er bringt aus seiner Kindheit bestimmte Anforderungen und seiner immer noch sehr fantasievollen und spielerischen Art Aktionen und Überlegungen ein, die zusätzlich zu weiterem Beflügeln können. Drittens haben meine Schwester und mein Schwager Polette und Pepito. Auch von da gibt es immer wieder Anregungen, was wir Neues mit den Kindern unternehmen können, wie bestimmte Sachverhalte angehen und natürlich, was die Vier sich selbst vermitteln und wozu sie sich anregen. Viertens gehen sie in die Kita. Dort erhalten sie durch Freunde und die Erzieher weitere Impulse. Zudem hat der Kindergarten auch bestimmte Rahmenpläne zur Förderung und Unterstützung der Entwicklung der Kinder.

Ich überlege dann manchmal, was wäre, wenn es diese unmittelbaren Zugänge nicht gäbe oder aber in abgeschwächter Form? Sollte ich mich mehr infomieren? Ruhe ich mich darauf aus, dass es Andere gibt, von denen ich es abschauen kann oder die meinen Kindern dieses oder jenes beibringen? Im Grunde sind das nur kurze Augenblicke, in denen ich daran zweifele, nicht ausreichend in die Entwicklung der Kinder zu investieren. Wir lesen viel mit ihnen, Bücher kennen sie von den ersten Tagen an und lieben sie. Wir gehen zum Schwimmen mit Perlchen und zum Kinderturnen, bei dem sie sich auspowern und motorisch unter Anleitung und in unserem Beisein ausprobieren können. Allmähich beginnen wir Brett- und Gesellschaftsspiele für Kinder mit ihnen zu spielen. Seit wir im Haus wohnen sind sie viel häufiger zum Spielen draußen, fahren Laufrad und Roller, sie sehen und lernen, wie wir den Garten gestalten, Rasenkantensteine setzen, Terrassen bauen, Obst und Gemüse pflanzen. Das ist doch eine ganze Menge, wenn ich das so betrachte.

Es ist gut, sich in Abständen darüber Gedanken zu machen, was oder ob man etwas verbessern könnte oder sollte. Es ist aber ebenso gut, nichts zu zerdenken, sich unnötig unter Druck zu setzen dabei. Dieser Druck würde wahrscheinlich nur darin resultieren, dass es sich auf Parti und Perlchen niederschlägt. Sie sollen unbeschwert spielen und sich entwickeln können; nicht Erwartungen der Eltern erfüllen oder in jüngsten Jahren mit anderen Kindern wetteifern müssen.

Wie wahrscheinlich die meisten Eltern hoffe auch ich, dass wir ein gutes Maß haben, unsere Kinder bei und in ihrer Entwicklung bestmöglich zu unterstützen. Mit der Zeit werden wir dann sicher schon sehen, ob wir das so richtig machen.


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