Frau Teddy


  • Aber plötzlich…

    Als mein Mann und ich uns kennen lernten, war uns beiden schnell klar, dass wir dasselbe von der Zukunft möchten: heiraten, Kinder, zusammen sein. Zwei dieser Dinge haben wir bereits, an der dritten arbeiten wir, hoffentlich, noch eine ganze Weile. Momentan kommt noch ein Hausbau dazu. Klassischer geht es nun kaum. Tatsächlich bestand kurz keine Einigkeit in der Reihenfolge des Heiratens und Kinder Bekommens. Mein Mann, ich beschrieb es letztens schon so, hatte den Flitz, dass wir vor den Kindern unbedingt den Bund für das Leben eingehen sollten. Ich war da anderer Meinung bzw. habe ich die Notwendigkeit der Eheschließung als Voraussetzung für Kinder nicht gesehen. Zudem wollte ich auch gerne auf meiner Hochzeit einen oder zwei Heben können. So sagte ich es immer. Gemacht habe ich es schlussendlich doch nicht.

    Ich bekam den Antrag als ich mit Parti schwanger war. Unsere Vorstellung war dann, wenn auch er wenigstens ein Jahr alt ist, zu heiraten. Dann können beide Kinder abends zu den Großeltern und wir können am Tag nach der Hochzeit ausschlafen. Wir hatten auch schon unsere Location mehr oder weniger gewählt. Kurz vor und nach der Geburt bekamen wir dann eine verdauenswerte Nachricht nach der anderen. Meine damalige Schwiegermutter in spe erkrankte schwer. Die Prognose stand in keinem allzu hellen Licht. Mein Opa war zuvor schon gesundheitlich am Kämpfen und die Diagnose verschlimmerte sich und plötzlich ging es auch meiner Oma sehr schlecht. Was genau ihr fehlte, konnte nicht festgestellt werden und so hieß es, abzuwarten und zu schauen, was ihr hilft. Kurzerhand beschlossen wir also schnellstmöglich zu heiraten, in meiner Geburtsstadt, damit auch meine Großeltern dabei sein können. Wir planten zügig und fanden einen tollen Trauort, ein Kloster, einen sommerlichen Termin und dazu noch eine gelungene, schöne, ausgefallene Location. Wir vertrauten sehr auf die Planung und die Vorschläge, die wir durch die Partyplanerin der Location bekamen und durch sie mussten wir uns auch um Blumen keine Gedanken machen. Innerhalb von drei Monaten, vom Beschluss schnellstmöglich zu heiraten, bis zur Hochzeit, stand die Party. Es war schön und fast alle, die wir einluden, feierten mit uns.

    Es ging bergauf. Meine Oma war wieder fitter, meine Schwiegermutter und auch mein Opa waren auf einem, zunächst nicht vermuteten, guten Weg. Zum Ende des Jahres und auch zu unserem ersten Hochzeitstag mussten wir daran denken, dass wir Angst hatten, dass diese drei Menschen vielleicht, hätten wir gewartet, nicht mit uns hätten feiern können und nun sind sie wieder recht agil. Mein Opa hatte noch einiges auszustehen und immer wieder waren Tiefs dabei, bei denen wir bangten. Jedes Mal wurde er wieder aus dem Krankenhaus entlassen und jedes Mal, wenn wir ihn sahen, wirkte er vielleicht nicht mehr so stark, wie früher, aber fröhlich und unterhielt uns wie gewohnt mit Geschichten und Anekdoten. Anfang Juni waren wir zu Besuch, ich berichtete, dass meine Oma mir anvertraute, dass sie zu Beginn ihres Wohnens im eigenen Haus abends eine Runde um den großen Wohnzimmertisch drehte. Und einen Monat später zum Richtfest waren sie mit meiner Tante und meinen Onkel auch dabei. Meine Freunde sagen oft, dass sie es toll und bewundernswert finden, dass unser Familienzusammenhalt so stark ist und wir uns bei unseren großen Meilensteinen unterstützen. Das stimmt!

    Freitagmorgen bekamen wir von meiner Mama die Nachricht, mein Opa sei ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sobald sie mehr weiß, gibt sie uns Bescheid. Kurz darauf rief sie an, weinend, mein Vater und sie fahren hin, es sieht nicht gut aus. Meine Schwester und ich schlossen uns kurz und nach nochmaliger Rücksprache mit meiner Tante, sattelten auch wir unser Gefährt und traten die Reise an. Als wir am Krankenhaus ankamen, gingen wir sofort zu ihm und beinahe alle waren da, die da sein sollten, meine Cousine steckte noch im Stau und traf kurz nach uns ein. Wir wussten, dass er nicht mehr aufwachen wird und auf der Fahrt hofften wir nur, dass wir uns noch verabschieden können. Das konnten wir. Wir saßen den Tag über zusammen, an seinem Bett, erzählten und hielten immer wieder zwischendrin inne. Gegen halb neun abends fuhren meine Eltern, meine Schwester und ich allmählich nach Hause, meine Oma wollte bei meinem Opa bleiben und hatte in seinem Zimmer ein Bett bekommen. Kurz nachdem ich zu Hause ankam, rief meine Schwester an: mein Opa ist gegangen und hat nun seine Ruhe gefunden.

    Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich bei der Nachricht meiner Mama am Morgen noch dachte, dass es sicher wieder gut wird und mein Opa sich wieder aufrappelt, wie immer. Aber plötzlich geht das nicht mehr.

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    Juli 28, 2025
    Familie, Frau Teddy, Großeltern, Hochzeit, Opa

  • Linke Tasche, rechte Tasche

    Wir bauen ein Haus, gemeinsam mit meiner Schwester, meinem Schwager, Nichte und Neffen. Vergangene Woche zelebrierten wir bekanntermaßen unser Richtfest und wenn man den momentanen Planungen und Prognosen Glauben schenken mag, sind wir schneller aus der Mietsache als gedacht. Also kreisen wirklich viele Gedanken in unseren Köpfen zu allem, an was wir denken müssen, was beantragt werden muss, wie Wasser und Strom, Internet oder auch die Kitaplätze; was gekündigt werden muss, wie Internet, Strom und natürlich der Mietvertrag.

    Zu Beginn des Bauprojektes stand zunächst die finanzielle Bestandsaufnahme auf dem Programm. Das war langwierig, an Voraussetzungen gebunden, die nachgewiesen werden mussten und natürlich auch an die Kosten, die auf uns zukommen würden, wenn wir unser Traumhaus bauen. Im Verlauf der ersten Zahlungen, zunächst für das Grundstück: den Notar, Makler, die Steuern nicht zu vergessen, stand viel Eigenkapital auf dem Plan, dann ging es an erste Zahlungen durch den Kredit der Bank. Nachvollziehbarerweise möchte diese Sicherheiten haben, wenn nach und nach das hohe Budget schrumpft. Daher gibt es ein Vorgehen, eine Reihenfolge, die es bei der Auszahlung zu beachten gilt. Zunächst wird also finanziert, was auf Eigentum abzielt, wie die direkten Kosten für das Grundstück, und anschließend, was direkt zur Entstehung des Hauses führt. Als wir im Februar dieses Jahres bemusterten, flatterte auch diese Rechnung schnell ein. Jedoch konnte sie durch die Bank noch nicht übernommen werden, solange die Baugenehmigung nicht vorlag und diese ließ auf sich warten und warten und warten, so dass mittlerweile eine nette Erinnerung an uns gerichtet wurde. Zutiefst unangenehm davon berührt, setzten wir uns natürlich mit unserem Bauunternehmen in Verbindung und erläuterten die Situation. Verständnis haben wir bekommen und eine Lösung dazu: die Bank hat bestätigt und zugesichert, dass die Hausbaufirma die zuvor veranschlagten Kosten durch den Kredit vergütet bekommt. Kosten, die über den Kredit hinausgehen, müssen zusätzlich von uns getragen werden. Da in der Finanzplanung großzügig gerechnet wurde, Erdbauarbeiten, Strom, Wasser, zusammengefasst gesagt die sogenannten Bauherrenleistungen, war der über die Bank aufgenommene Batzen Geld höher als die Hauskosten.

    Wir merkten schnell, dass hier und dort immer ein bisschen mehr zu vergüten ist und versuchten, so weit wie möglich, die Rechnungen der Bauherrenleistungen aus dem Alltäglichen zu begleichen. Ab und an gaben wir aber einzelne, insbesondere größere Summen an die Bank. Mein Mann hatte nun letztens den Flitz, bei der Bank nachzufragen, wie viel Kapital, abgesehen von den festen Hauszahlungen, noch verfügbar ist. Ich dachte mir nur, dass uns die Bank schon sagen wird, wenn wir eine Nicht-Haus-Rechnung einreichen und diese über dem verfügbaren Budget liegt. So ist es auch bei unseren Nachbarn, also meinem Schwager und meiner Schwester, gewesen. Mein Mann wollte es aber genau wissen, für die Sicherheit und das Überschlagen und die Planung. Er fragte also an und wir sollten uns gedulden, da das natürlich genau geprüft werden muss. Wir erwarteten keine Antwort innerhalb der nächsten Woche. Am Freitagnachmittag wurden wir aber überrascht, nach ca. drei oder vier Tagen, und ich erhielt einen Anruf der Bank. Der Mitarbeiter am Telefon war sehr nett und erläuterte, dass dem Bauunternehmen eine feste Summe durch das Schreiben zugesichert wurde und dass er nicht weiß, wie das passieren konnte, dazu besteht auch noch Klärungsbedarf intern, bei uns wurde kein Auszahlungsstopp bei Überschreitung der Haussumme eingerichtet und wir sind demnach schon im „Minus“. Das bedeutet, dass wir bei der kommenden Hausrechnung zunächst aus eigenen Mitteln einen Teil zahlen müssen, eh wir den Kredit belasten dürfen. Wie sagte der Mitarbeiter so schön: für uns, also meinen Mann und mich, ist es theoretisch egal woher wir bezahlen, denn es geht ja linke Tasche, rechte Tasche.

    Tatsächlich war ich zunächst erstmal perplex, dass dieser Umstand nur aufgefallen ist, weil mein Mann gerne auf Nummer sicher geht und, dieses Mal offensichtlich auch zurecht, anderen gegenüber häufig recht kritisch ist. Nach dem Auflegen habe ich dann über den Ausdruck des Bankmitarbeiters nachgedacht und nein, wäre es für uns einfach links, rechts, würden wir wohl keine Unterstützung in Form eines Kredits benötigen.

    Wir haben noch ein bisschen Rücklage, für unvorhergesehen Kosten zum Beispiel. Aber was wäre nun, wenn wir die Mittel, das zu begleichen, nicht aufbringen könnten? Neben den zu Beginn schon benannten Gedankenkreisen kommt nun, wenn auch erstmal nur klein, ein weiterer hinzu…

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    Juli 13, 2025
    Bank, Bauherrenleistungen, Eigentum, Frau Teddy, Hausbau, Hausplanung, Kredit

  • Das aufkeimende Lüftchen vor dem Sturm

    Am vergangenen Freitag begingen wir unser Richtfest. Dazu hatten wir Freunde und Familie eingeladen. Am Montag zuvor begann die Hausstellung. Wir bauen ein Fertighaus und daher geht das ruckizucki. Donnerstag stand es schon, inklusive Fenster und in den Wänden ist bereits alles vorbelegt, damit die Rohre und Leitungen verlegt werden können. Es war spannend zu beobachten, wie das Haus so schnell Gestalt annahm. Der Keller wurde bereits einige Wochen zuvor nach und nach erstellt und war auch einsfixdrei vollendet. Gefühlt haben wir lange gewartet, viel Organisatorisches, wie die Bemusterung und Planerisches erledigt, und plötzlich steht es da und der Umzug ist zum Greifen nah. Tendenziell kann nun, dreimal Holz, nicht mehr all zu viel schief gehen und sich in die Länge ziehen. Mein Mann würde nun sagen: „Sie hat es gesagt, sie musste es beschreien!“ Er ist der Meinung, dass ich die Macht habe, mit solchen Aussagen eine Wende einzuleiten. Ich gehe dabei aber gerne auf Risiko. Immerhin freue ich mich darüber und kann es kaum erwarten.

    Damit einhergehend geht nun das Gedankenkarussell in die nächste Runde. Wie stellen wir einige Schränke. Wollen wir sie im Flur haben oder vorerst im Keller? Passt die Schuhbank in unseren Eingangsbereich und wie steht es mit der Wickelkommode? Die Schuhbank hatten wir bei der Architektenplanung eigentlich mit eingeplant. Wenn Räume aber noch kahl und vor Allem nicht zu Ende ausgebaut sind, erscheint alles kleiner und gedrungener. Unser Verkäufer, er war auch beim Richtfest, hatte uns gesagt, dass mit dem Innenausbau der Eindruck der Raumgrößen nochmal stark beeinflusst wird und alles anderthalb Mal größer erscheint. Darauf bin ich sehr gespannt.

    In meinem Kopf rattert nun das Aussortieren los. Am liebsten würde ich jetzt schon Sachen, die wir nicht brauchen, in den Keller tun. Aber davon haben wir eigentlich nicht so viel. Immer wieder zwischendurch habe ich solche Schübe und sortiere Dinge aus. Daher glaube ich, dass wir so zugemüllt gar nicht sind. Bei den Kindersachen, aus denen nun auch Parti herausgewachsen ist, wie die Babywippe oder den Kinderwagen, wir haben uns ein größeres Modell zugelegt, in den beide Kinder hineinpassen, bin ich kräftig dabei, sie zu verkaufen. So leert sich auch schon das eine oder andere im Alltag so nebenbei.

    Kommend möchte ich unsere Hängeböden genauer betrachten und ich glaube, da findet sich vielleicht doch noch etwas, dass mich beruhigter werden lässt und den Umzug ein wenig erleichtert, wenn auch erstmal nur in meinem Kopf.

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    Juli 7, 2025
    Aufregung, Frau Teddy, Hausbau, Hausplanung, Richtfest, Umzug

  • Vom Regen in die Traufe

    Die letzten drei Wochen waren turbulent. Es fing zunächst harmlos an. Perlchen und Parti waren in der Kita, wir nach unserem Urlaub arbeiten. Am Donnerstag der ersten Woche wurden wir angerufen und durften Parti abholen, er hat Husten. Ehrlicherweise dachten wir, wenn wir einen Anruf bekämen, dann wegen Perlchens laufender Nase. Am Freitag war mein Mann daher mit ihm zu Hause. Das Wochenende kristallisierte sich dann heraus, dass auch Perlchen angeschlagen ist und sich eine schöne Erkältung Bahn bricht. Ich hatte beschlossen, da es auch Parti nicht wirklich besser ging, sich der Husten in Schnupfen umwandelte, mit den beiden zu Hause zu bleiben. Ich informierte also frühzeitig am Sonntag per Mail meine Vorgesetzten, damit wir Montag alle schön ausschlafen konnten.

    Wegen der verstopften Nasen und rauen Hälse war die Nacht nicht besonders gut und ich bei Zeiten wach. Als ich aufstand und mich im Spiegel betrachtete, sag ich sogleich, woher das Gefühl, mein Auge nicht richtig aufzubekommen, kam – es war dick und geschwollen. Ich überlegte also was ich tun sollte und meldete mich zunächst krank. Meine Mutter riet mir, mit Augen sollte nicht gespaßt werden, zur Notfallsprechstunde des Augenarztes ihres Vertrauens zu gehen. Da sie selber gerade krankgeschrieben war, ich möchte betonen, dass wir im Allgemeinen recht fitte, vitale und gesunde Familie sind, konnte ich Parti auf dem Weg zu ihr bringen und hatte so nur Perlchen bei mir beim Arzt. Das Ergebnis war recht unspektakulär, es ist ein Pickel im Auge, eine Salbe bekam ich aber dennoch. Somit sollte das schnell vergehen und ich wieder den Durchblick haben. Jetzt heißt es, dass die Kinder wieder keimfrei werden müssen. In der Nacht zu Dienstag merkte ich es allerdings schon, das nächste Unheil wartete, der Schnupfen attackierte mich. So kam es, dass ich wieder einen Arzt aufsuchte, dieses Mal den Allgemeinmediziner, und ich für den Rest der Woche Ruhe verordnet bekam. Am Mittwoch waren dann beide Kinder wieder in der Kita und die Ruhe konnte losgehen. Sie hielt nur bis Donnerstagvormittag, denn da durfte ich Parti erneut abholen. Den vorhergesagten Husten hatten wir zu Hause mit ihm glücklicherweise nicht mehr und er konnte sich voller Energie mit mir am Freitag erholen. Nachmittags stand dann noch ein tolles Kitasommerfest an mit viel Spaß und Spiel.

    Am Wochenende hatten mein Mann und ich dann unseren ersten Hochzeitstag. Unsere Kinder waren von Samstag bis Montag bei den Großeltern abgegeben und wir machten nur, wonach uns der Sinn stand, wann uns der Sinn stand. Wir liefen Händchen haltend spazieren, waren im Tierpark in aller Seelenruhe, versackten auf dem Sofa und redeten, ohne unterbrochen zu werden, ich inhalierte…ein Traum. Wir genossen es in vollen Zügen.

    Am Montag holten wir die Kinder nach der Kita ab, wir hatten noch frei, und ich fuhr mit Perlchen zum Kindersport. Als wir da waren und langsam begannen zu spielen, merkte ich, dass seine Mimik nicht war wie sonst. Ich schaute ihn mir genau an und sah, dass seine linke Gesichtshälfte hing. Ich wollte keine Panik verbreiten und rief zunächst meinen Mann an, der mit Parti zu Hause spielte, und informierte ihn. Die ganze Sportstunde über beobachtete ich Perlchen ganz genau und ich merkte, wie mir bewusst wurde, dass ich mit ihm heute Abend ins Krankenhaus fahre. Nachdem wir noch Abendessen von zu Hause holten, fuhren wir in die Kindernotaufnahme. Wir wurden nach Untersuchungen stationär aufgenommen und sollten die kommenden zwei Tage dort verbringen. Die Organisation, wie wir an Waschzeug, Schlafanzüge, Wechselsachen kommen, lief reibungslos: mein Mann packte, mein Vater holte es ab und brachte es uns. Am Dienstag sollte Perlchen eine Lumbalpunktion erhalten, um Zeckenbisse, Herpes und einiges Anderes als Ursache auszuschließen oder zu bestätigen. Er wurde dafür unter Narkose gesetzt und musste anschließend so viel wie möglich ruhig liegen. Mittwoch durften wir nach Hause und Perlchen war erschöpft. Sein Rücken und Kopf taten weh, die Eindrücke mussten verarbeitet werden und die Lähmung bestand weiterhin. Donnerstag und Freitag waren besonders schlimm, so dass er sich morgens auch übergeben musste und kaum saß er drei Minuten am Tisch, übermannten ihn die Kopfschmerzen und er musste sich hinlegen.

    Samstag ging es langsam bergauf und wir luden die Großeltern für den Nachmittag zum Krankenbesuch ein. Das war eine Freude und er war sehr agil, klagte nicht über Schmerzen, auch, wenn er saß. Es war toll. Sonntag kamen dann seine Tante und sein Onkel mit Pepito und Polette. Er spielte so viel, tobte und schwitzte.

    Allmählich setzt sich alles, was los war: die Erkältungen, der Hochzeitstag, die plötzliche Gesichtslähmung, seine Schmerzen nach dem Eingriff und wie diese Beschwerden langsam verschwinden. Ich bin in ruhigen Minuten, wenn ich alleine bin, manches Mal den Tränen nahe, wenn ich darüber nachdenke, dass das einem Dreijährigen passieren muss, der wenig versteht, was vor sich geht und der einfach nur spielen möchte. Es geht ihm wieder gut, sehr wahrscheinlich geht die Lähmung nach einiger Zeit von alleine weg und vergessen wird er es vermutlich auch. Nach der Traufe sind das die ersten Sonnenstrahlen.

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    Juni 30, 2025
    Elternschaft, Elternsein, Familie, Frau Teddy, Großeltern, Kinder, Krankheiten, Panik, Periphere Fascialisparese, Schmerzen

  • Es geht um Alles!

    Die erste Woche nach dem Urlaub ist um. Für unseren Jüngsten, Parti, ging die Woche nur knapp drei Tage. Donnerstagmittag durfte mein Mann ihn frühzeitig aus der Kita abholen, da ihn der Husten übermannte. So blieb er am Freitag zu Hause und konnte seinen aufkommenden Schnupfen gleich bei uns ausleben. Perlchen hatte mittlerweile auch ein Schnupfnäschen, aber es war noch sehr marginal. Daher konnte er den Freitag noch normal begehen. Wir starteten sofort eine Offensive und holten Nasenspray, stellten den Fiebersaft bereit, legten die Wachsauflagen gegen Husten und die Brustcreme bereit.

    Am Samstag wollten wir vielleicht zu meinen Eltern. Das Wetter sollte toll werden, die Deckenplatte unseres Kellers war frisch gegossen und musste regelmäßig gewässert werden, zudem kündigten meine Schwester und mein Schwager an mit Pepito und Polette ebenfalls da zu sein. Parti ging es zunehmend schlechter, die Nase lief nur so, das hatte ich noch nicht erlebt, und er bekam auch ein wenig Fieber. Daher beschlossen wir, dass nur einer von uns mit Perlchen nach dem Mittagschlaf auf einen Besuch vorbei fuhr. Bei ihm stagnierte es mit der Erkältung eigentlich und er machte auch, obwohl er beim Hinlegen einen ganz anderen Eindruck vermittelte, kein Auge zu. Ich packte also seine Sachen: Badesachen für das angekündigte Kinderplanschbecken, Wechselklamotten, und seinen Schlafanzug, denn man weiß ja nie, was kommt und wann, und wir sausten los.

    Im Lauf des Nachmittags wurde deutlich, dass es Perlchen doch nicht so gut geht. Er kuschelte sich auf der Liege an Oma, brauchte eine Pause und sagte mehrmals, er sei müde. Die Luft war raus und das, obwohl sein Lieblingsfreund Pepito da war und auch das Abendbrot noch ausstand. Ich kuschelte also mit ihm und wir lasen bis zum Essen Bücher. Da kristallisierte sich dann weiter heraus, dass ein aufstrebender Virus im Anmarsch ist: er aß nur Gurkenscheiben und trank ein wenig Wasser. Keine Bratwurst mit Ketchup, kein leckeres Baguette; Gurke, Wasser und wieder kuscheln. Es gab einen kurzen Aufschwung nach dem Essen, der aber schnell wieder abflaute. Nach dem Baden mit Oma gab es im Schlafanzug noch eine Folge des Lieblingsfeuerwehrmannes und kurz danach saß er schwuppdiwupp und ohne Nörgeln und Proteste im Auto für die Heimfahrt. Fieber hat er auch heute nicht, nur noch leichten Schnupfen, aber eine heisere Stimme, die manchmal sogar ein Wort verschluckt. Parti geht es deutlich besser, aber kitareif ist er noch nicht. Morgen bleibe ich mit ihnen zu Hause und sie können sich weiter kurieren.

    Nicht nur, dass es natürlich notwendig ist, damit sie wieder richtig fit sind, keine Ansteckungsgefahr für andere bieten oder einen Infekt verschleppen. In 5,5 Tagen ist es so weit und wir sind das erste Mal seit der Geburt Partis für ein ganzes Wochenende, von Samstag bis Montag, kinderfrei. Wir haben unseren ersten Hochzeitstag und Parti schläft auch zum ersten Mal bei Oma und Opa. Die Kinder müssen also fidel und munter sein. Es geht um ALLES!

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    Juni 15, 2025
    Elternschaft, Frau Teddy, Großeltern, Kinder, kinderfrei, Krankheit

  • Alltag

    Heute endet unser letzter Urlaubstag. Zwei Wochen gehen schnell vorbei. Wir sind nicht weggefahren. Wir haben unseren Urlaub zu Hause verbracht. Mal waren wir den Tag über hier, mal haben wir Tagesausflüge gemacht oder hatten Besuch. So haben wir für reichlich Abwechslung gesorgt.

    Bei unseren Kindern versuchen wir, die täglichen Routinen und Zeiten einzuhalten. Wir befolgen sie aber nicht akribisch. Wenn wir irgendwohin fahren und der Weg ist weiter, dann planen wir so, nach dem Mittagessen zu starten und sie im Auto ihren Mittagschlaf machen zu lassen. Beide, Perlchen und Parti, machen noch Mittagschlaf und wir hoffen, dass das noch lange so bleibt. Erstens brauchen sie ihn, Parti so wie so, er ist ja erst 15 Monate alt, und zweitens haben wir so eine ausgedehnte Mittagspause. Bei den Essenszeiten halten wir es ähnlich, insbesondere bei Parti. Wenn er zu müde ist, isst er nicht mehr und dann kann er, und schlussendlich auch wir, keine Ruhe finden. In der zweiten Urlaubswoche waren wir viel unterwegs. Dabei sind wir auch weiter gefahren, so dass es dazu kam, dass die zwei Kleinen sowohl den Mittagschlaf als auch die ersten Stunden des Nachtschlafes im Auto begangen haben. Da wir dann auch erst zu späterer Stunde den Heimweg angetreten sind, waren sie auch verhältnismäßig spät im Land der Träume und zuvor länger wach. Das machte sich am nächsten Tag noch bemerkbar. Das Gute daran war, dass sie auch länger geschlafen haben und nicht schon gegen 06:30 Uhr früh wach waren. Ein wenig Gnatsch in der Stimmung oder aber einen kurvigen Abstieg der Laune am Vormittag haben wir dafür dennoch erfahren dürfen. Wenn Kinder wüssten, dass Schlaf und Ausruhen Wunder bewirken können, wäre das ein Traum. Sie powern trotzdem ordentlich durch und sind in ihrer neugierigen Ausdauer beispiellos. Da sie auch jedes Mal viel zu verarbeiten haben, können sie so manches Mal schlecht abschalten und sind unruhig. Zwischendrin immer einen normalen Tag einzubauen, ist da gar nicht verkehrt. Das gilt auch für meinen Mann und mich. Hinzu kommt, dass wir gerne nur mal rumsitzen und den Tag Tag sein lassen. Wir nehmen uns das auch vor. Bei einigen Leuten scheint es so zu sein, wenn nichts geplant ist, muss es geändert werden, Hauptsache etwas steht an. Sehen wir anders und planen das dann direkt so. Im Umkehrschluss haben demnach auch wir immer was geplant.

    Heute früh haben wir wehmütig festgestellt, dass der Ernst des Lebens ab morgen wieder losgeht. Tatsächlich war ein ziemlich schnell folgender Gedanke: Endlich wieder Alltag!

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    Juni 9, 2025
    Alltag, Frau Teddy, Kinder, Ruhe, Urlaub

  • Da blutet das Herz

    Perlchen ist sehr sozial und spielt gerne mit anderen. Beim Entwicklungsgespräch wurde uns auch mitgeteilt, dass er sich in der Kita, wenn seine Freunde nicht da sind, zu anderen Kindern gesellt und dort Anschluss findet. Er mag andere Kinder bzw. mit ihnen zu spielen. Es ist immer schön mit anzusehen, wenn sich diese kleinen Knirpse annähern und miteinander warm werden. Und Pepito, sein Cousin, ist sein Lieblingsfreund.

    Wir hatten drei Tage Besuch. Ein Freund meines Mannes ist mit seinem Sohn Milo zu uns gekommen. Er ist auch drei Jahre alt. Anfangs waren sie schüchtern, dann tauten sie auf. Als sie ankamen gingen wir in den Tierpark und auf dem Spielplatz war das Eis allmählich gebrochen, auf der Heimfahrt im Kinderwagen konnten sie dann schon ausgiebig erzählen und Quatsch machen. Toll, toll, toll! Sie hatten viel Spaß zusammen und am zweiten Abend, kurz vor dem Abendbrot, tobten sie wild und laut lachend in Perlchens Zimmer. Dann gab es Abendbrot und anschließend wollte Milo noch spielen. Er durfte 15 Minuten, sagte sein Vater, bevor er für das Bett fertig gemacht wird. Perlchen wollte daher auch spielen. Normalerweise darf er nach dem Zähneputzen noch ein wenig Fern schauen, eh wir im Bett noch gemeinsam ein Buch lesen. Daher stellten wir ihn vor die Wahl: spielen oder Fern sehen. Er wollte spielen, mit Milo. Dieser wollte aber nicht mit ihm, sondern seinem Papa spielen. Er nahm sich Spielzeuge aus Perlchens Zimmer und ging damit ins Wohnzimmer. Wir versuchten Perlchen zu erklären, dass er allein spielen muss, da Milo gerade mit seinem Papa spielen möchte, mein Mann und ich aber aufräumen und Parti für das Bett bereit machen müssen. Er verstand nicht, wieso Milo nicht mit ihm spielen möchte und dann, warum er nicht mitspielen konnte. Er ging ins Wohnzimmer und sah dort Milo mit dem Dino aus seinem Zimmer spielen. Traurig sagte er ihm, dass der Dino in sein Zimmer gehört, aber Milo reagierte darauf nicht. Wir fragten Perlchen daher nochmal und er entschied sich für das Fern sehen, da er nicht alleine spielen wollte. Es tat uns sehr leid für ihn. Ich denke nicht, dass er verstanden hat, warum Milo nicht mit ihm, sondern seinem Vater spielen wollte, auch, wenn wir versuchten, es zu erklären. Ein Glück schien das aber schnell vergessen und am nächsten Morgen trennten sich dann die kleinen Wege wieder mit der Heimfahrt des Besuchs. Wir traten ebenfalls eine Reise an und fuhren zum 60. Geburtstag der Tante meines Mannes.

    Als wir ankamen, waren schon einige Gäste da und auch eins von zwei weiteren Kindern – Lincoln. Es gab eine Hüpfburg und viel Platz zum Laufen, Rennen und Spielen. Zuerst aßen wir eine Kleinigkeit und gingen anschließend zur Hüpfburg. Nach kurzer Schüchternheit hopsten Perlchen und Lincoln gemeinsam und alberten mit Parti herum, der außerhalb der Hüpfburg lachend den beiden zusah. Nach einiger Zeit kam dann auch Elfriede, das zweite Kind, das noch geplant war. Lincoln und Elfriede sehen sich häufig, spielen viel miteinander und sind gute Freunde. Beide sind fünf Jahre alt. Als Elfriede kam, wurde der Kinderfuhrpark in Angriff genommen: ein elektrisches Auto und ein Motorrad. Perlchen ist mit so etwas bisher einmal gefahren und entsprechend spannend war es natürlich. Lincoln schnappte sich das Auto, Elfriede das Motorrad. Perlchen wollte im Auto mitfahren und so fuhren sie aus der Garage heraus und schlugen den Weg zur Hüpfburg ein. Da Lincoln aber nicht wollte, dass Perlchen sein Beifahrer ist, hielt er an, Perlchen musste aussteigen und sie fuhren weiter. Perlchen rannte hinterher, rief, sie sollen auf ihn warten und als sie bei der Hüpfburg waren, stiegen sie aus und vergnügten sich dort. Perlchen ging nun davon aus, dass er fahren darf. Elfriede und Lincoln sahen dies vollkommen anders, kamen von der Hüpfburg und stellten sich vor die Fahrzeuge, nahmen sogar die Schlüssel aus den Autos. Perlchen hat gelernt, dass man teilen soll. Mit Parti teilt er Spielsachen, mit Pepito und Polette teilt er, mit Freunden teilt er. Nicht immer fällt es ihm leicht und nicht immer macht er es von selbst, aber im Großen und Ganzen setzt er es um. Daher verstand er nun überhaupt nicht, wieso er nicht fahren darf und fing sehr bitterlich an zu weinen. Mein Mann tröstete ihn sofort und gemeinsam suchten sie eine andere, tolle Spielmöglichkeit. Als erneut eine Situation eintrat, in der Lincoln nicht teilen wollte und das, obwohl Perlchen ihm ein anderes Spielzeug gab, auf das er eigentlich gewartet hatte, und auch ich versuchte, Lincoln zu sagen, dass geteilt wird, stampfte Perlchen frustriert mit dem Fuß auf. Selbst Elfriede ergriff dieses Mal Partei für ihn, aber Lincoln interessierte es nicht. Ich nahm Perlchen an die Hand und sagte ihm, dass Lincoln nicht unser Freund ist und wir so gar nicht mit ihm spielen wollen. Schnell fand er in seinem Opa einen neuen Spielkameraden.

    Es ist sehr schwer mit anzusehen, wie die Welt, gefühlt zumindest, für mein Kind zusammenbricht, wenn etwas Unerklärliches passiert, wenn andere ihn ärgern, obwohl er nichts getan hat, wenn er Ablehnung erfährt und nicht versteht, wieso, wenn er einfach traurig ist, obwohl er nur spielen möchte. Wie kann ich ihn dabei am besten unterstützen und was sagen? Vor allem aber: Wie verhindere ich, dass er wieder wegen solcher Dinge traurig ist? Kinder können so grausam sein!

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    Juni 1, 2025
    Elternsein, Fiese Kinder, Frau Teddy, Kinder, Spielen

  • Das muss auch mal sein

    Wir haben Urlaub. Endlich! Gute zwei Wochen. Mein Mann und ich haben das Gefühl, dass wir das auch wirklich dringend brauchen. Seit Ende März arbeiten wir beide wieder in Vollzeit nach der Elternzeit von Parti. Mein Mann seit Mitte Februar nach sechs Monaten Elternzeit und das zudem in einer neuen Abteilung. Sie ist ähnlich zu dem, was er vorher machte, aber dennoch war und ist eine Einarbeitung nötig. Das schafft natürlich zusätzlich. Hinzu kommt, dass wir unseren semi-optimalen Schläfer haben. Irgendwann wird es besser, die Hoffnung…

    Für die bevorstehenden freien Tage haben wir nicht viel geplant. Drei Tage bekommen wir Besuch von einem Freund meines Mannes mit seinem Sohn, ich lasse mir ein Tattoo stechen und wir sind zum 60. Geburtstag eingeladen. Sonst werden wir eher spontan entscheiden und Ausflüge machen. Auch für die Kinder ist es wichtig, dass sie mal von der Kita frei haben. Parti hat seine ersten Monate hinter sich und diese können jetzt in Ruhe verarbeitet werden und sich setzen. Perlchen freut sich momentan irgendwie auch immer mal, wenn es nicht in die Kita geht. Wenn er dann da ist, freut er sich sehr. Morgens lässt er in letzter Zeit aber des Öfteren verlauten, dass er lieber zu Hause spielen möchte. Ein bisschen Abstand tut vielleicht mal ganz gut.

    Es ist aber auch wichtig, dass wir mal Zeit für uns haben, ohne Kinder. So kommt es also ab und zu vor, dass wir einen Tag frei haben und die Kinder dennoch in die Kita gehen. Unsere ersten drei Tage, beginnend mit morgen, starten also mit dem morgendlichen Rhythmus, wie wir ihn kennen, allerdings ohne die Zeit im Nacken und das Wissen, wie viel Arbeit heute auf uns wartet. Wir kommen nach Hause, nachdem wir die Kinder in die Kita gebracht haben bzw. einer von uns, und dann erwartet uns freie Zeit. Pures Halligalli! Und jede Sekunde wird davon ausgekostet und wird auch viel zu schnell vergehen. Das klingt eventuell ein wenig danach, als wäre es ausschließlich stressig mit Kindern und nach „dann-schaff-dir-keine-Kinder-an-wenn-du-sie-als-so-freiheitsraubend-empfindest“. Ich denke, viele, die Kinder haben, egal, ob eins oder vier, können das zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Wir haben an den Tagen, zumindest in der Zeit zwischen Abgeben und Abholen, nur die Verantwortung für uns. Keine Arbeitsprozesse, keine Kinder, nur wir! Das heißt nicht, dass unsere Kinder besonders anstrengend sind. Auch nicht, dass wir sie uns weg wünschten. Wer ein Kind hat, der kann nicht mehr ohne, in der Regel, denke ich zumindest, weil ich es so sehe.

    Dass muss eben auch einfach zwischendurch mal sein!

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    Mai 25, 2025
    Elternschaft, Frau Teddy, Kinder, Urlaub

  • Die Hoffnung

    Das momentan größte Gut, das sich mein Mann und ich im Alltag vorstellen können, ist Schlaf. Perlchen ist drei und Parti ein Jahr alt. Unser Schlaf hält sich seit dieser Zeit in Grenzen oder ist in der Regel nächtlich mindestens einmal unterbrochen, wenn auch nur kurz. Ich kann schon seit Jahren, weit vor dem Kennenlernen meines Mannes, nicht mehr durchschlafen. Seit wir die Kinder haben, kann ich es aus mangelnden Praxismöglichkeiten nicht sagen. Ich habe ja den Verdacht, dass ich es jetzt kann, auch, weil mein Körper es braucht. Wenn die Kinder mal bei Oma und Opa übernachten oder sie gemeinsam mit meinem Mann weg sind, wache ich mindestens einmal auf und denke, ein Kind gehört zu haben. Es ist ähnlich, wenn man ohne Kinder unterwegs ist und ein Fremdes ruft „Mama“ oder „Papa“ – man reagiert prompt. Mein Mann erzählte mir gestern, dass er sich letztens für seine Dienststelle Wasser kaufte, auf dem Flur Kollegen traf und den Sixer Wasser auf der Hüfte trug und sich von links nach rechts wippte…Das Wasser war sehr beruhigt und fühlte sich sicher geborgen.

    Als Parti frisch geboren war, hatte er von Beginn an einen Tag-Nacht-Rhythmus. Nachts, wenn er wach wurde, bekam er die Brust und schlief sofort weiter. Keine Verzögerungen, kein Rumnuckeln, wenn es nicht sein musste. Bei Perlchen dauerte eine Brustgabe ca. 30 – 45 Minuten. Und nicht immer war er dann bereit, gleich weiter zu schlafen. Daher war ich sehr hoffnungsvoll und dachte, jetzt haben wir ein Schlaf-Jackpot-Kind. Durch Perlchen fingen wir auch früher an, Parti zu bestimmten Zeiten abends hinzulegen und er bekam schneller eine Routine im Zubettgehen. Ich weiß noch, dass wir unter großen Anstrengungen, mit viel Hin- und Hergehen, kniebeugenderweise bei Perlchen beschäftigt waren. Parti ließ es einfach mit sich machen: hinlegen, rausgehen, fertig. Das klappt in der Regel sogar immer noch. Wenn es ein nicht so guter Abend ist, brauchen wir 15-20 Minuten. Ausnahmen bestätigen selbstredend auch hier die Regel.

    Perlchen hat, und tut es immer noch, gut geschlafen, wenn jemand bei ihm ist, ob neben ihm liegend auf dem Boden oder zwischen uns im Bettchen. Wenn er dann noch seinen Nuckel hatte, war Schlaf in Sack und Tüten. Zwei- bis dreimal mussten wir nachts zu ihm und den herausgefallenen Dauerlutscher wieder in seinen Mund buchsieren oder mit ihm finden. Um dem zu entgehen, wollten wir bei Parti auf die Gewöhnung an einen Nuckel verzichten. Nicht, dass das Entwöhnen schwierig gewesen wäre, aber wozu? Es kann schädlich für die Zähne sein, vielleicht beeinträchtigt es den Spracherwerb, vielleicht klappt das Abgewöhnen bei Parti nicht so flink.

    Als Parti seine ersten Zähnchen bekam, die Kuchenzähnchen oder auch Schneidezähne, war das spür- und hörbar, insbesondere nachts. Er hatte zu kämpfen. Wir legten uns Zahnungsgel zu, haben aktiv Beißringe und -kühlis genutzt. Wenn der erste Zahn erstmal durch ist, wird es gewiss besser. Stimmte auch, zumindest, wenn an jeder Seite der erste Zahn vorerst durch ist, also rechts unten, links unten, rechts oben, links oben. Abwechslungshalber hatten wir die Meilensteine auf den Bauch drehen, der erste Schnupfen, die Kitaeingewöhnung und jedes mal schwang in uns die Hoffnung, bald werden die Nächte ruhiger. Zwischendurch klappt es immer mal gut: einmal nur nachts aufstehen, um eine wässrige Milch zu geben oder sogar das ein ums anderen Mal gänzlich liegen bleiben können. Mein Mann sagt, Parti kann an sich besser schlafen, er ist nur sehr viel sensibler und empfindsamer für Kleinigkeiten. Gerade haben wir vier Nächte ruhigeren Schlafens nach dem Durchkommen der ersten Backenzähne auf jeder Seite hinter uns. Es steht aber schon der Eckzahn rechts unten in Startposition.

    Aus Erfahrung, als auch Recherche, wissen wir, dass so ein Zähnchen bis zu acht Tage braucht, um durchzubrechen. Danach werden die Nächte sicher ruhiger…

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    Mai 18, 2025
    Elternschaft, Frau Teddy, Hoffnung, Kinder, Schlaf

  • Mein guter Freund, der Schweinehund

    Ich mag Sport. Ich mache gerne Sport. Und eigentlich kann ich sogar behaupten, recht sportlich zu sein. Als ich jung war, im Kindergarten, habe ich Judo gemacht. Ich durfte dann immer einmal die Woche den Mittagsschlaf ausfallen lassen. Das war natürlich aufregend. Später haben meine Schwester und ich zu Weihnachten Tennisschläger und -bälle von unserer Uroma geschenkt bekommen, wenn ich mich recht erinnere, und so haben wir angefangen, im Verein zu spielen. Unsere Trainerin ist dann bald in den Ruhestand und so hörten wir auf, fingen aber nach ein paar Jahren wieder an. Es hat Spaß gemacht, aber dennoch haben wir irgendwann erneut aufgehört. Später habe ich mich dann im Cheerleading versucht. Es waren einige wenige Wochen, in denen ausgewählt wurde, wer es ins Team schafft und weiter machen darf. Leider habe ich mich nicht qualifiziert. Daraufhin habe ich aufgehört mit dem aktiven Sport. Nicht, weil ich so getroffen oder traurig darüber war. Es hat mich einfach nichts gebannt.

    Bevor ich vor acht Jahren mit meinen Eltern und meiner Schwester dann meine erste Kreuzfahrt machte, legte ich mir tolle, hübsche Sportklamotten zu. Auf offenem Meer Sport treiben, die Wellen beobachten, Kurse besuchen und fit wie ein Turnschuh vom Schiff steigen, war der antreibende romantische Gedanke dabei. Ich war tatsächlich bei zwei Kursen, zwei mal auf dem Stepper und einmal auf dem Rüttelboard.

    Nun hatte ich das Outfit und wollte auch nach dem Urlaub weiter machen. Ich meldete mich daher im Fitnessstudio an. Aber alleine gehen? Lange habe ich es nicht alleine durchgehalten, aber glücklicherweise kamen dann Freunde mit. Eine Zeit lang war ich tatsächlich regelmäßig vor Ort und auch aktiv, allerdings nur, wenn auch jemand mit mir ging. Was sollte ich auch alleine? Macht doch nicht so viel Spaß und eine Pause einlegen und mal nicht gehen, ist sicher auch gut und gesund für die Muskeln und Knochen. Dann kam die Pandemie und die Studios schlossen. Sport ging also nicht mehr. Keine Kurse, keine Geräte und ich möchte ja auch sicher gehen, dass ich die Übungen richtig ausführe. Was hat man nicht schon alles gehört, was passieren kann, wenn Übungen fehlerhaft ausgeführt werden und vor Allem, wenn man sich die Ausführung dann so merkt? Lieber nicht!

    Dank des Gefühls, nicht hinausgehen zu dürfen, packte es mich eines Abends, ich zog meine Schuhe an und lief los. Laaaaangsaaaaaam und äußerst kurz, wie ich im Nachhinein feststellte, aber zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich nicht so. Ich joggte dann bald mit einem Freund und nach und nach wurde ich besser. Bald war Joggen das Ding für mich und meine Garderobe erweiterte sich, meine Schuhe wurden professioneller und ich war am Höhepunkt meiner Schnelligkeit und Ausdauer als… mein Fußgelenk brach und ich für mehrere Monate außer Gefecht gesetzt war. Danach fand ich nur schwer wieder ins Joggen, fuhr stattdessen Rad und dann war ich mit Perlchen schwanger. Lieber nicht laufen. Nicht, dass ich zu wenig Luft dabei bekomme und es meinem Bauchbewohner schadet. Wenn ich spazieren gehe und nicht nur rumsitze, mache ich wohl ausreichend Sport. Als ich im Wochenbett war, hatte ich solche Lust auf Sport und nahm mir vor, die erste Möglichkeit zu nutzen, sobald es geht. Die Rückbildung stand an und ich freute mich darauf. Aber nicht zu doll, ruhig, eine Pause zwischendurch ist auch gut, kam es mir dann, als ich wieder loslegen durfte. In der Schwangerschaft mit Parti verhielt es sich genauso und zwischendrin war ich einfach auch zu erschöpft, wollte meinem Körper auch nicht zu viel zumuten und erholsame Pausen gönnen.

    Gerade habe ich akute Rückenschmerzen und solch einen inneren Ansporn, loszulaufen, sobald es mir besser geht. Sicher beuge ich dann auch einer erneuten Einschränkung wie dieser vor. Allerdings bin ich auch schon gespannt, mit welcher logischen und in sich vollkommen schlüssigen Argumentation mein lieber Schweinehund um die Ecke kommt, wenn ich wieder belastbar bin…

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    Mai 12, 2025
    Frau Teddy, Schweinehund, Sport

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