In Werbungen, Filmen, in Geschichten von Eltern und Großeltern hört man immer wieder, dass Kinder sehr ehrlich sind und in verschiedenen Momenten sagen, was ihnen durch den Kopf geht oder wiederholen, was sie gerade gehört haben. So erzählt mein Opa immer gerne, wie er gemeinsam mit mir einkaufen war und drei schnatternde Herren mit ihren Einkaufskörben in unserem Laufweg standen. Mein Opa flüsterte mir zu, dass uns diese Säcke Platz machen sollten. Kurzerhand übernahm mein 4-jähriges Ich die Initiative und sagte laut und deutlich:“Hee, macht Platz ihr Säcke!“…und der Weg war frei.
Perlchen hat bisher auch hin und wieder festgestellt, dass dort eine alte Oma ist oder vor uns ein alter Opa steht. Er unterscheidet dabei zwischen seinen Omas und Opas, die für ihn „Oma“ und „Opa“ sind und anderen Personen, die im Alter seiner Großeltern sind, die als „alte Oma“ oder „alter Opa“ bezeichnet werden. Einige der Benannten schmunzeln, wenn sie es hören, andere ignorieren es oder haben es einfach nicht gehört. Es waren bis jetzt jedoch keine Situationen für mich dabei, in denen ich „uiuiui“ dachte oder „wie unangenehm…Kinder“ …zumindest bis Donnerstag.
Seit drei Wochen gehen wir mit Perlchen zum Schwimmen. Es ist ein Kurs für Drei- bis Vierjährige. Sie lernen, sich an das Wasser zu gewöhnen, darin wohlzufühlen und erste Schwimmbewegungen. Als wir uns diesen Donnerstag nach dem Schwimmen in der Umkleide befanden, bat ich Perlchen, sich mit seinem Bademantel schon mal abzutrocknen, ich legte seine Anziehsachen bereit. „Du, Mama, guck mal, die Frau hat ja einen großen Po. Mama, warum hat die Frau so einen großen Po?“ Wie unangenehm…Kinder! Erst zu diesem Zeitpunkt nahm ich die Frau war. Schnell beugte ich mich herunter und sagte leise zu ihm, dass er das nicht so laut sagen soll, da es die Frau vielleicht traurig macht. Die logische Reaktion meines Kindes: „Ich kann auch flüstern“. Er wiederholte es aber glücklicherweise nicht erneut. Stattdessen beäugte er mich und fragte, ob er meine Brust einmal anfassen darf. Abends fragte er meinen Mann das Gleiche, als er Perlchen ins Bett brachte. Er beschäftigt sich scheinbar gerade mit Körpern, beobachtet genau und stellt seine Forscherfragen. Rückblickend hätte ich ihm lieber erklärt, dass Menschen verschieden aussehen, manche kleine, andere große Popos haben, einige schiefe Nasen, wieder andere große Augen. Ich lerne eben auch immer wieder dazu und dank meiner Kinder zusätzlich aus mir bisher unbekannten Situationen.