Heute waren wir in den Gärten der Welt. Freunde mit Kindern und Freunde ohne Kinder, Perlchen und ich. Mein Mann ist mit Parti zu Hause geblieben, da er ein wenig erkältet ist, Schnupfen und Husten, und wir wollten, dass er sich richtig ausschlafen kann. Und Schlaf ist ja bekanntermaßen die beste Medizin.
Ich packte unsere Sachen und beschloss, auf einen Kinderwagen zu verzichten, sollte es gar nicht mehr gehen, kann ich Perlchen auch mal kurz tragen. Da auch ein Kind in Perlchens Alter dabei war, MJ, dachte ich, er schafft eine weitere Strecke auch zu Fuß. Wir wollten schließlich auch nicht nur gehen. Perlchen ist kein besonders ausdauernder Läufer bisher gewesen, es wird aber immer besser und er auch engagierter. Daher war ich positiv gestimmt. Schon auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang durfte ich meine Muckis spielen lassen und ihn den ein und anderen Meter tragen. Als wir schließlich im Park waren, fragte er auch, ich konnte ihn aber mit der Aussicht auf ein Eis motivieren. Wir sind also erstmal durch das Labyrinth zu Beginn und erkundeten den Irrgarten. Ganz geheuer, als er merkte, dass wir Erwachsenen auch nicht genau wussten, wie der Weg nach draußen aussieht, war ihm die Erkundungstour nicht. Nach einer flinken Freiluft-Pullerpause ging es froheren Mutes weiter und der Ausweg war schnell gefunden. Sogleich suchten wir das angekündigte Eis, ließen uns auf Picknickdecken nieder, schleckten, knusperten und quatschen. MJ und Perlchen mauserten sich zu Müllmännern und räumten jedes kleine Papier und jede kleine Verpackung einzeln zum Mülleimer. Als wir dann weiter liefen, bat er mich auch immer wieder Mal darum, ihn zu tragen. Zweimal übernahmen auch meine Freunde das Tragen für kurze Zeit. Sonst musste er laufen. Eine längere Verschnaufpause erfolgte in der Seilbahn. Da konnten die Beine nochmal Kraft tanken. So konnten wir sogar auf den Wolkenhain, allerdings mit Aufzug, und dort alle Richtungen genaustens begutachten. Dabei teilte mir meine Uhr mit, dass ich 10 000 Schritte für heute erreicht habe. Nach unten ging es dann auch weiter zu Fuß bis zu Seilbahn. Wir beschlossen allmählich den Heimweg anzutreten und Perlchen fragte wieder nach dem Arm. Ich vereinbarte mit ihm, dass er getragen wird, sobald wir aus den Gärten hinaus sind und zum Auto laufen. Er stimmte ein. Ich bekam zum Abschied noch einen großen Beutel mit Klamotten für Perlchen von MJ, die ich zusätzlich zum Auto tragen durfte. Voll gepackt wie ein Esel mit Rucksack, Beutel mit Picknickdecke, Beutel mit Klamotten und Perlchen auf dem Arm liefen wir zum Auto. Lange hielt ich diese sportliche Herausforderung nicht durch und so musste Perlchen wieder laufen. Wir machten jedoch ein Abenteuer aus dem Weg und stiefelten durch hohes Gras und überquerten in Windeseile Straßen und Parkplätze. Auf unserer Expedition begegneten uns auch zwei freilaufende Hasen. So kamen wir schnell zum Auto und damit Ziel. Als wir dann zu Hause parkten und nach oben wollten, sagte ich: „Komm schnell, gleich sind wir da“ und bekam als Antwort: „Ich kann nicht mehr schnell laufen“.
Perlchen läuft zwei oder drei Schritte, wenn wir einen Laufen. Bewusst geworden ist mir das erst auf der Fahrt nach Hause so richtig. Selten gelingt es mir, am Tag 6 000, geschweige denn 10 000 Schritte zu laufen, auch, wenn es anders empfohlen wird, und dann fühle ich mich auch erschöpft. Wie viel Strecke hat dann erst ein Kind nach so einem Ausflug hinter sich, selbst, wenn man als Eltern den Eindruck hat, dass es viel getragen wurde?!