Wir bauen ein Haus, gemeinsam mit meiner Schwester, meinem Schwager, Nichte und Neffen. Vergangene Woche zelebrierten wir bekanntermaßen unser Richtfest und wenn man den momentanen Planungen und Prognosen Glauben schenken mag, sind wir schneller aus der Mietsache als gedacht. Also kreisen wirklich viele Gedanken in unseren Köpfen zu allem, an was wir denken müssen, was beantragt werden muss, wie Wasser und Strom, Internet oder auch die Kitaplätze; was gekündigt werden muss, wie Internet, Strom und natürlich der Mietvertrag.
Zu Beginn des Bauprojektes stand zunächst die finanzielle Bestandsaufnahme auf dem Programm. Das war langwierig, an Voraussetzungen gebunden, die nachgewiesen werden mussten und natürlich auch an die Kosten, die auf uns zukommen würden, wenn wir unser Traumhaus bauen. Im Verlauf der ersten Zahlungen, zunächst für das Grundstück: den Notar, Makler, die Steuern nicht zu vergessen, stand viel Eigenkapital auf dem Plan, dann ging es an erste Zahlungen durch den Kredit der Bank. Nachvollziehbarerweise möchte diese Sicherheiten haben, wenn nach und nach das hohe Budget schrumpft. Daher gibt es ein Vorgehen, eine Reihenfolge, die es bei der Auszahlung zu beachten gilt. Zunächst wird also finanziert, was auf Eigentum abzielt, wie die direkten Kosten für das Grundstück, und anschließend, was direkt zur Entstehung des Hauses führt. Als wir im Februar dieses Jahres bemusterten, flatterte auch diese Rechnung schnell ein. Jedoch konnte sie durch die Bank noch nicht übernommen werden, solange die Baugenehmigung nicht vorlag und diese ließ auf sich warten und warten und warten, so dass mittlerweile eine nette Erinnerung an uns gerichtet wurde. Zutiefst unangenehm davon berührt, setzten wir uns natürlich mit unserem Bauunternehmen in Verbindung und erläuterten die Situation. Verständnis haben wir bekommen und eine Lösung dazu: die Bank hat bestätigt und zugesichert, dass die Hausbaufirma die zuvor veranschlagten Kosten durch den Kredit vergütet bekommt. Kosten, die über den Kredit hinausgehen, müssen zusätzlich von uns getragen werden. Da in der Finanzplanung großzügig gerechnet wurde, Erdbauarbeiten, Strom, Wasser, zusammengefasst gesagt die sogenannten Bauherrenleistungen, war der über die Bank aufgenommene Batzen Geld höher als die Hauskosten.
Wir merkten schnell, dass hier und dort immer ein bisschen mehr zu vergüten ist und versuchten, so weit wie möglich, die Rechnungen der Bauherrenleistungen aus dem Alltäglichen zu begleichen. Ab und an gaben wir aber einzelne, insbesondere größere Summen an die Bank. Mein Mann hatte nun letztens den Flitz, bei der Bank nachzufragen, wie viel Kapital, abgesehen von den festen Hauszahlungen, noch verfügbar ist. Ich dachte mir nur, dass uns die Bank schon sagen wird, wenn wir eine Nicht-Haus-Rechnung einreichen und diese über dem verfügbaren Budget liegt. So ist es auch bei unseren Nachbarn, also meinem Schwager und meiner Schwester, gewesen. Mein Mann wollte es aber genau wissen, für die Sicherheit und das Überschlagen und die Planung. Er fragte also an und wir sollten uns gedulden, da das natürlich genau geprüft werden muss. Wir erwarteten keine Antwort innerhalb der nächsten Woche. Am Freitagnachmittag wurden wir aber überrascht, nach ca. drei oder vier Tagen, und ich erhielt einen Anruf der Bank. Der Mitarbeiter am Telefon war sehr nett und erläuterte, dass dem Bauunternehmen eine feste Summe durch das Schreiben zugesichert wurde und dass er nicht weiß, wie das passieren konnte, dazu besteht auch noch Klärungsbedarf intern, bei uns wurde kein Auszahlungsstopp bei Überschreitung der Haussumme eingerichtet und wir sind demnach schon im „Minus“. Das bedeutet, dass wir bei der kommenden Hausrechnung zunächst aus eigenen Mitteln einen Teil zahlen müssen, eh wir den Kredit belasten dürfen. Wie sagte der Mitarbeiter so schön: für uns, also meinen Mann und mich, ist es theoretisch egal woher wir bezahlen, denn es geht ja linke Tasche, rechte Tasche.
Tatsächlich war ich zunächst erstmal perplex, dass dieser Umstand nur aufgefallen ist, weil mein Mann gerne auf Nummer sicher geht und, dieses Mal offensichtlich auch zurecht, anderen gegenüber häufig recht kritisch ist. Nach dem Auflegen habe ich dann über den Ausdruck des Bankmitarbeiters nachgedacht und nein, wäre es für uns einfach links, rechts, würden wir wohl keine Unterstützung in Form eines Kredits benötigen.
Wir haben noch ein bisschen Rücklage, für unvorhergesehen Kosten zum Beispiel. Aber was wäre nun, wenn wir die Mittel, das zu begleichen, nicht aufbringen könnten? Neben den zu Beginn schon benannten Gedankenkreisen kommt nun, wenn auch erstmal nur klein, ein weiterer hinzu…