Ich habe schon mehrfach gesagt, wie toll die Eingewöhnung von Parti von Statten geht. Es ist weiterhin so. Und ich bin sehr stolz auf ihn. Ich wäre aber ebenso stolz auf ihn, wenn er mehr weinen und die Steigerung der betreuten Stunden nicht so schnell voranschreiten würde. Wie könnte ich auch nicht? Ein Jahr ist er nun knapp bei Mama oder Papa zu Hause gewesen und ist hier und da mit hingekommen. Aber prinzipiell waren Mama oder Papa immer da. Was soll dieser kleine Mensch nun denken, wenn er mehr und mehr merkt, dass sich da eine große Änderung anbahnt? Ich gehe davon aus, dass keiner das genau sagen kann. Vermutungen, Erforschungen, Theorien, Erfahrungen – all das gibt es sicher zur Genüge. Aber die Betroffenen in diesem Alter können es uns nicht sagen. Und auch bei Kindern gilt natürlich: jeder Jeck ist anders.
Es soll aber nur indirekt um Parti, Elternschaft oder Eingewöhnung gehen. Mit dieser geht auf jeden Fall Stück für Stück ein wenig mehr Freizeit einher. Ich bin für die Eingewöhnung einen Monat in Elternzeit und diese dauert noch drei Wochen an. In meinen stetig mehr werdenden „freien“ Stunden lege ich die Beine hoch und streame. Ich habe mir Grey’s Anatomy vorgenommen und starte von Anfang an. Ich habe es damals im Fernsehen gesehen, aber irgendwann war ich nicht mehr regelmäßig dabei. Also nochmal Neustart.
Es wurde immer gesagt, wie emotional die Serie ist, dass einige bei jeder Folge weinen. Bisher war ich der Meinung, dass sie dramatisch ist, entsprechend des klassifizierten Genres, aber auch witzig, schon mit traurigen Ereignissen, die auch ans Herz gehen, mir aber nur selten mal ein Tränchen entlockten. Mein Mann findet sie nicht gut. Er sagt, es sind böse Menschen, die anderen immer nur Böses wollen. Er guckt fragmentiert mit. Er hat also keine Ahnung…
Ich bin mittlerweile schon ordentlich in den Staffeln vorangeschritten und muss sagen, ich weine dieses Mal irgendwie sehr oft. Nicht schlosshundmäßig und nicht jede Folge, aber es kullert da doch ab und an mal die Wange herunter. Ich kann mich in Situationen besser einfühlen oder verstehe sie besser. Ich weiß es nicht genau. Dass ich emotionaler bin, seit ich Kinder habe bzw. meiner ersten Schwangerschaft, habe ich schon mitbekommen. Aber liegt es daran? Veränderter Hormonhaushalt? Oder habe ich mehr Verständnis, für Verluste beispielsweise, oder einfach wachsende Lebenserfahrung? Obwohl das Eine das Andere ja nicht zwangsläufig ausschließt: Durch meinen schwangerschaftsbedingten veränderten Hormonhaushalt bringe ich aufgrund meiner hinzugewonnen Lebenserfahrung mehr Verständnis auf. So muss es wohl sein!