Gestern war Ostersonntag. Aber nicht nur das. Gestern war auch der 30. Geburtstag meiner sehr guten Freundin. Ich kenne sie seit 7,5 Jahren und so war sie auch an meinem 30. Geburtstag schon dabei. Kurz vor 00:00 Uhr am Samstag schrieb ich ihr, sie soll gut in ihr neues Lebensjahr hineinschlafen.
Ostersonntag stand viel auf dem Plan. Perlchen und Parti wurden vom Osterhasen zu Hause besucht und eine kleine Suchaktion fand statt. Es wurde gespielt und bei Zeiten aßen wir Mittag. Am frühen Nachmittag wollten wir zu meinen Eltern fahren und dort mit meiner Schwester, meinem Schwager, Pepito und Polette einen schönen Ostertag verleben. Daher sollte in einem ausgiebigen Mittagschlaf Kraft getankt werden. So setzten mein Mann und ich es dann auch um. Wir hatten für uns auch Kleinigkeiten geholt und verstecken sie füreinander. Ich suchte im Wohnzimmer, mein Mann im Schlafzimmer. Als ich schelmisch grinsend zusah, wie die Verstecke im Schlafzimmer meinen Mann verhöhnten, kam Perlchen aus seinem Zimmer und vermutete uns zunächst im Wohnzimmer. Ich holte ihn dort heraus, während er staunend da stand. Wir gingen auf die Toilette und er fragte: „Mama, isst du die Sternenkekse alle alleine auf?“ Ich wunderte mich, was er meinte, bis mir einfiel, dass es die Süßigkeiten vom Osterhasen sein müssen und ich ihm versuchte zu erklären, dass die der Osterhase für Mama versteckt hat und ich gar nicht weiß, was ich alles finden werde. Mein Mann und ich suchten in der Mittagspause also erfolgreich alle Leckereien und konnten sogar noch eine Folge unserer Serie schauen. Danach ging es ans Aufwecken und Losdüsen. Bei den Großeltern ging es auch sogleich weiter mit dem Verstecken und besonders Suchen. Pepito war dabei meine größte Stütze und mein offizieller Suchfreund. „Tante Karin, guck mal, da hat der Osterhase was für dich versteckt“ war nur eine der wegweisenden Hilfestellungen. Der Nachmittag verging äußerst schnell und schon begann das Grillen zum Abend. Parti verdrückte seine ersten eineinhalb Bratwürste, nebst Brötchen, Brot und Banane. Anschließend räumte ich unser Auto ein. Wir hatten uns für die Tage zuvor das Auto meines Papas geliehen und er hatte an unserem die Sommerbereifung vorgenommen und den leicht überfälligen TÜV aktualisiert. Daher hieß es, Kindersitze umzubauen, Ladekabel wieder ins passende Gefährt zu bringen und die Osterhasenüberraschungen zu verstauen. Als das getan war, begannen wir ein Osterfeuer in der Feuerschale zu entfachen. Wir setzten uns mit Stühlen ringsherum und auch die Kinder wurden nach und nach ruhiger und kuschelten sich auf die Schöße der Eltern. Perlchen saß bei mir, eingemauschelt in eine Decke. Leider nur, bis ich losging, um ihm zwei Scheiben Baguette zu holen und er feststellte, dass es viel kuscheliger alleine auf dem Stuhl ist und ich mich deshalb auf einem eigenen niederlassen musste. Als Parti, der schon eine sehr gute Stunde in den Armen meines Mannes schlief, gegen 22:00 Uhr laut seinen Unmut gegen das wahrscheinlich fehlende Bett ausdrückte, traten wir den Heimweg an. Wir saßen im Auto und ich merkte, dass der Tag schon fast um war und ich es noch nicht geschafft hatte, mir die Zeit zu nehmen, meiner Freundin zu ihrem Ehrentag zu gratulieren. Sie wollte abends auf ein Konzert und so setzte ich kurzerhand eine Sprachnachricht ab und beglückwünschte sie endlich.
Nicht nur, dass die Zeit, die ich sie kenne, ein dreiviertel Jahrzehnt immerhin, einsfixdrei vergangen ist. Seit einigen Jahren, auch schon vor den Kindern, habe ich das Gefühl, dass die Tage kürzer sind bzw. schneller vergehen. Man sagt, dass dies unter Anderem ein Phänomen des Alters ist. Ich denke eher, dass es bei mir an der stets guten Gesellschaft in meinem Leben liegt.