Gestern habe ich mich, wie doch recht oft in letzter Zeit, gewundert. Ich war erstaunt, wann das passiert ist und dass ich es scheinbar nicht mitbekommen habe.
Perlchen, ist nun vier Jahre alt, Parti, zwei. Die Aufmerksamkeitsspannen, das Erinnern, Merken und natürlich Verstehen sind in diesem Alter sehr unterschiedlich. Dennoch verstehen sie sich, spielen miteinander, lachen über den gleichen Quatsch und merken, wenn es dem anderen nicht gut geht und versuchen zu trösten. Selbstredend mit häufigen Unterbrechungen durch Zetern und Zanken. In meiner Erinnerung ist Perlchen schon immer sprechend durch die Gegend gelaufen. Ich denke, ich spreche ihm hin und wieder Kompetenzen zu, die er noch nicht in dem Maß leisten kann. Zeitgleich ist er für mich auch der Kleine, meine Kuschelmaus, so putzig und niedlich und verplant. Und so kommt es nun häufiger vor, dass er mich daran erinnert, dass er weiterhin meine Kuschelmaus ist, so putzig und niedlich und verplant, aber eben auch ein schnell wachsendes Bewusstsein hat, ein Verständnis für Zeit und Wochentage entwickelt, zunehmend selbständiger wird.
Seit wir ins Haus gezogen sind, haben Parti und Perlchen häufig auch nachmittags noch Spielkameraden. Polette und Pepito wohnen schließlich nur eine Schleuse entfernt. Sie albern rum, erzählen ununterbrochen, stacheln sich gegenseitig an, noch mehr Quatsch zu reden und in Geschichten einzutauchen. Sie gehen alle in die gleiche Kita. Wenn sie also bei schönem Wetter draußen sind, sehen sie sich auf dem Hof und spielen meist miteinander. Natürlich reden sie auch. Vor zwei Wochen hat Pepito daher Perlchen erzählt, dass die beiden bei Oma und Opa sein und ein Abenteuer erleben werden. Als wir sie abholten, sagte Perlchen sofort, Pepito habe erzählt, dass… . Sein Geburtstag vor knapp sechs Wochen war auch ein großes Event. Er freute sich so sehr darauf und konnte zeitlich auch gut einordnen, wann was passieren wird, erzählte es Oma und Opa und zählte die Tage runter. Im vergangenen Jahr hatte ich das Gefühl, er nahm seinen Geburtstag wahr, aber nicht in der Intensität. Daher unterstellte ich zunächst, dass es auch in diesem Jahr so sein wird, wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Bei Parti ist dies noch der Fall. Er hat seinen Geburtstag vor Kurzem auch mitbekommen, dass es an diesem Tag um ihn ging, alles seine Geschenke sind und auch jedes Klingeln ein neuer Partygast sein könnte. Aber an sich hätten wir den Geburtstag auch um ein paar Tage oder Wochen verschieben können, das wäre nicht aufgefallen. Und das ist auch klar, er ist zwei Jahre alt. Aber eben mit dieser Einstellung bin ich auch zunächst Perlchen gegenübergetreten und war erstaunt.
In der neuen Kita gibt es montags und freitags zum Frühstück immer Cornflakes und Müsli. Und auch, wenn beide gerne in die Kita gehen, kann so was schon mal einen kleinen Boost im Fertigmachen und Anziehen bewirken. Gestern war ich morgens alleine, mein Mann war schon zur Arbeit gefahren und Perlchen und ich weckten Parti. Und da Parti noch sehr müde war, wollte Perlchen ihn dieses Mal wohl motivieren und sagte: „Parti, heute gibt’s in der Kita Cornflakes und Müsli zum Frühstück“. Ich war verblüfft, denn weder am Wochenende noch gestern Morgen sagte ich es ihm. Vor ein/zwei Wochen habe ich ihm versucht, eine Eselsbrücke zu geben, in der ich meinte, der erste und der letzte Kitatag in der Woche sind Cornflakes-Müsli-Zeit.
Auch in der Gefahr, einen Muttispruch nach dem anderen zu bringen: wann ist er so groß geworden? Die Zeit rennt merklich nur so dahin. Bald ist er in der Schule, dann Jugendweihe, Schulabschluss, Studium oder Ausbildung, Arbeit, Hochzeit, Kinder und schwupps bin ich bin Oma.
Wann ist das nur passiert?
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