In der Ruhe liegt die Ruhe?

Ich neige dazu, mir Stress zu machen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Heute Morgen hatte ich dann, zumindest für den heutigen Tag, im besten Fall länger anhaltend, eine Eingebung und wurde plötzlich innerlich ruhig, trotz „Verspätung“. Meine Verspätung liegt darin, dass ich nicht zur gleichen Zeit wie sonst im Auto sitze, das Passieren eines bestimmten Punktes später ist und die Ankunft am Ziel verzögert stattfindet. Das Gute daran: eigentlich interessiert es keinen, denn ich kann im Großen und Ganzen kommen und gehen, wie es in meine Planung passt.

Ich bin ein starker Routinemensch und ich finde es toll. Die Wäsche wird in der Regel Sonntag, Montag und ab und an auch Dienstag gewaschen. Dies folgt einem bestimmten Schema. Fürs Bettwäschewechseln gibt es einen Kalendereintrag. Die Flexibilität liegt dabei darin, sie eventuell doch einen Tag früher schon zu wechseln, da es so wieder mit dem Wäschewaschen einen ausgeglichenen und logischen Takt einnimmt. Die Kinder werden immer zur gleichen Zeit in die Kita gebracht, ich melde mich immer zur gleichen Zeit und auf keinen Fall später zur Arbeit an, der Wocheneinkauf wird auf einen Freitag gemacht, wobei wir auch häufig Donnerstag gehen. Vielleicht ist doch nicht so stark Routine verwurzelt…

Ich habe einen Kollegen, der mir immer sehr mit sich im Reinen erscheint, wie man so schön sagt. Er hat zwei Kinder, Frau und Haus, beginnt mit der Arbeit weit später als ich, setzt sich abends dafür zu Hause erneut hin und arbeitet. Da seine Frau feste Arbeitszeiten hat, übernimmt er die Fahrt der Kinder zur Tagesbetreuung als auch in der Regel das Abholen. Dennoch kommt er an, mit einem Lächeln und quatscht erstmal freundlich, erkundigt sich nach dem Wohlbefinden der einzelnen Personen und startet dann entspannt in den Arbeitstag. Und warum auch nicht? Seine Arbeit macht und kann er ausgezeichnet. Wieso also da noch Stress investieren?

Es ist nicht so, dass die Routinen, wie Bettwäsche wechseln, Wäsche waschen, Wocheneinkauf mich unter Druck setzen. Wenn es zeitlich mal nicht passt, werde ich nicht nervös, unnötig grantig oder dergleichen. Sie geben Struktur, im gewissen Grad auch Sicherheit und damit zusammenhängend Kontrolle, jeder weiß, woran er ist und was auf dem Plan steht. Es gibt jedoch auch einen Unterschied zwischen Routinen und der zeitlich minutiös minütlichen Routine. Damit meine ich, dass ich nun, da ich heute Morgen DIE Eingebung hatte, versuchen möchte, wenn es nicht unbedingt notwendig ist, keine festen Termine stattfinden und Zeiten eingehalten werden müssen, mir selbst und auch den Personen in meiner Umgebung, morgens insbesondere Perlchen und Parti, den Druck herauszunehmen und 10, 15 oder 20 Minuten keine große Bedeutung zu schenken.

Ich bin gespannt, wie es klappt und ob ich mit dem „weniger eigenen Stress machen“ mehr daraus werden lasse. Wie hörte ich es so schön: Januar, der Monat unbequemer Vorsätze!

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  1. Avatar von delectablyfuzzy99689ee320
    delectablyfuzzy99689ee320

    Viel Erfolg Frau Teddy

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