Das momentan größte Gut, das sich mein Mann und ich im Alltag vorstellen können, ist Schlaf. Perlchen ist drei und Parti ein Jahr alt. Unser Schlaf hält sich seit dieser Zeit in Grenzen oder ist in der Regel nächtlich mindestens einmal unterbrochen, wenn auch nur kurz. Ich kann schon seit Jahren, weit vor dem Kennenlernen meines Mannes, nicht mehr durchschlafen. Seit wir die Kinder haben, kann ich es aus mangelnden Praxismöglichkeiten nicht sagen. Ich habe ja den Verdacht, dass ich es jetzt kann, auch, weil mein Körper es braucht. Wenn die Kinder mal bei Oma und Opa übernachten oder sie gemeinsam mit meinem Mann weg sind, wache ich mindestens einmal auf und denke, ein Kind gehört zu haben. Es ist ähnlich, wenn man ohne Kinder unterwegs ist und ein Fremdes ruft „Mama“ oder „Papa“ – man reagiert prompt. Mein Mann erzählte mir gestern, dass er sich letztens für seine Dienststelle Wasser kaufte, auf dem Flur Kollegen traf und den Sixer Wasser auf der Hüfte trug und sich von links nach rechts wippte…Das Wasser war sehr beruhigt und fühlte sich sicher geborgen.
Als Parti frisch geboren war, hatte er von Beginn an einen Tag-Nacht-Rhythmus. Nachts, wenn er wach wurde, bekam er die Brust und schlief sofort weiter. Keine Verzögerungen, kein Rumnuckeln, wenn es nicht sein musste. Bei Perlchen dauerte eine Brustgabe ca. 30 – 45 Minuten. Und nicht immer war er dann bereit, gleich weiter zu schlafen. Daher war ich sehr hoffnungsvoll und dachte, jetzt haben wir ein Schlaf-Jackpot-Kind. Durch Perlchen fingen wir auch früher an, Parti zu bestimmten Zeiten abends hinzulegen und er bekam schneller eine Routine im Zubettgehen. Ich weiß noch, dass wir unter großen Anstrengungen, mit viel Hin- und Hergehen, kniebeugenderweise bei Perlchen beschäftigt waren. Parti ließ es einfach mit sich machen: hinlegen, rausgehen, fertig. Das klappt in der Regel sogar immer noch. Wenn es ein nicht so guter Abend ist, brauchen wir 15-20 Minuten. Ausnahmen bestätigen selbstredend auch hier die Regel.
Perlchen hat, und tut es immer noch, gut geschlafen, wenn jemand bei ihm ist, ob neben ihm liegend auf dem Boden oder zwischen uns im Bettchen. Wenn er dann noch seinen Nuckel hatte, war Schlaf in Sack und Tüten. Zwei- bis dreimal mussten wir nachts zu ihm und den herausgefallenen Dauerlutscher wieder in seinen Mund buchsieren oder mit ihm finden. Um dem zu entgehen, wollten wir bei Parti auf die Gewöhnung an einen Nuckel verzichten. Nicht, dass das Entwöhnen schwierig gewesen wäre, aber wozu? Es kann schädlich für die Zähne sein, vielleicht beeinträchtigt es den Spracherwerb, vielleicht klappt das Abgewöhnen bei Parti nicht so flink.
Als Parti seine ersten Zähnchen bekam, die Kuchenzähnchen oder auch Schneidezähne, war das spür- und hörbar, insbesondere nachts. Er hatte zu kämpfen. Wir legten uns Zahnungsgel zu, haben aktiv Beißringe und -kühlis genutzt. Wenn der erste Zahn erstmal durch ist, wird es gewiss besser. Stimmte auch, zumindest, wenn an jeder Seite der erste Zahn vorerst durch ist, also rechts unten, links unten, rechts oben, links oben. Abwechslungshalber hatten wir die Meilensteine auf den Bauch drehen, der erste Schnupfen, die Kitaeingewöhnung und jedes mal schwang in uns die Hoffnung, bald werden die Nächte ruhiger. Zwischendurch klappt es immer mal gut: einmal nur nachts aufstehen, um eine wässrige Milch zu geben oder sogar das ein ums anderen Mal gänzlich liegen bleiben können. Mein Mann sagt, Parti kann an sich besser schlafen, er ist nur sehr viel sensibler und empfindsamer für Kleinigkeiten. Gerade haben wir vier Nächte ruhigeren Schlafens nach dem Durchkommen der ersten Backenzähne auf jeder Seite hinter uns. Es steht aber schon der Eckzahn rechts unten in Startposition.
Aus Erfahrung, als auch Recherche, wissen wir, dass so ein Zähnchen bis zu acht Tage braucht, um durchzubrechen. Danach werden die Nächte sicher ruhiger…
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