Ich mag Sport. Ich mache gerne Sport. Und eigentlich kann ich sogar behaupten, recht sportlich zu sein. Als ich jung war, im Kindergarten, habe ich Judo gemacht. Ich durfte dann immer einmal die Woche den Mittagsschlaf ausfallen lassen. Das war natürlich aufregend. Später haben meine Schwester und ich zu Weihnachten Tennisschläger und -bälle von unserer Uroma geschenkt bekommen, wenn ich mich recht erinnere, und so haben wir angefangen, im Verein zu spielen. Unsere Trainerin ist dann bald in den Ruhestand und so hörten wir auf, fingen aber nach ein paar Jahren wieder an. Es hat Spaß gemacht, aber dennoch haben wir irgendwann erneut aufgehört. Später habe ich mich dann im Cheerleading versucht. Es waren einige wenige Wochen, in denen ausgewählt wurde, wer es ins Team schafft und weiter machen darf. Leider habe ich mich nicht qualifiziert. Daraufhin habe ich aufgehört mit dem aktiven Sport. Nicht, weil ich so getroffen oder traurig darüber war. Es hat mich einfach nichts gebannt.
Bevor ich vor acht Jahren mit meinen Eltern und meiner Schwester dann meine erste Kreuzfahrt machte, legte ich mir tolle, hübsche Sportklamotten zu. Auf offenem Meer Sport treiben, die Wellen beobachten, Kurse besuchen und fit wie ein Turnschuh vom Schiff steigen, war der antreibende romantische Gedanke dabei. Ich war tatsächlich bei zwei Kursen, zwei mal auf dem Stepper und einmal auf dem Rüttelboard.
Nun hatte ich das Outfit und wollte auch nach dem Urlaub weiter machen. Ich meldete mich daher im Fitnessstudio an. Aber alleine gehen? Lange habe ich es nicht alleine durchgehalten, aber glücklicherweise kamen dann Freunde mit. Eine Zeit lang war ich tatsächlich regelmäßig vor Ort und auch aktiv, allerdings nur, wenn auch jemand mit mir ging. Was sollte ich auch alleine? Macht doch nicht so viel Spaß und eine Pause einlegen und mal nicht gehen, ist sicher auch gut und gesund für die Muskeln und Knochen. Dann kam die Pandemie und die Studios schlossen. Sport ging also nicht mehr. Keine Kurse, keine Geräte und ich möchte ja auch sicher gehen, dass ich die Übungen richtig ausführe. Was hat man nicht schon alles gehört, was passieren kann, wenn Übungen fehlerhaft ausgeführt werden und vor Allem, wenn man sich die Ausführung dann so merkt? Lieber nicht!
Dank des Gefühls, nicht hinausgehen zu dürfen, packte es mich eines Abends, ich zog meine Schuhe an und lief los. Laaaaangsaaaaaam und äußerst kurz, wie ich im Nachhinein feststellte, aber zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich nicht so. Ich joggte dann bald mit einem Freund und nach und nach wurde ich besser. Bald war Joggen das Ding für mich und meine Garderobe erweiterte sich, meine Schuhe wurden professioneller und ich war am Höhepunkt meiner Schnelligkeit und Ausdauer als… mein Fußgelenk brach und ich für mehrere Monate außer Gefecht gesetzt war. Danach fand ich nur schwer wieder ins Joggen, fuhr stattdessen Rad und dann war ich mit Perlchen schwanger. Lieber nicht laufen. Nicht, dass ich zu wenig Luft dabei bekomme und es meinem Bauchbewohner schadet. Wenn ich spazieren gehe und nicht nur rumsitze, mache ich wohl ausreichend Sport. Als ich im Wochenbett war, hatte ich solche Lust auf Sport und nahm mir vor, die erste Möglichkeit zu nutzen, sobald es geht. Die Rückbildung stand an und ich freute mich darauf. Aber nicht zu doll, ruhig, eine Pause zwischendurch ist auch gut, kam es mir dann, als ich wieder loslegen durfte. In der Schwangerschaft mit Parti verhielt es sich genauso und zwischendrin war ich einfach auch zu erschöpft, wollte meinem Körper auch nicht zu viel zumuten und erholsame Pausen gönnen.
Gerade habe ich akute Rückenschmerzen und solch einen inneren Ansporn, loszulaufen, sobald es mir besser geht. Sicher beuge ich dann auch einer erneuten Einschränkung wie dieser vor. Allerdings bin ich auch schon gespannt, mit welcher logischen und in sich vollkommen schlüssigen Argumentation mein lieber Schweinehund um die Ecke kommt, wenn ich wieder belastbar bin…
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