Geschwister

In der Kita gibt es regelmäßig Entwicklungsgespräche. Darin wird, wie es der Begriff schon sagt, die Entwicklung des Kindes im Kitakontext besprochen. Wir hatten unser zweites Entwicklungsgespräch für Perlchen in seiner bisherigen Kitakarriere. Solche Gespräche sind interessant und aufregend. Immerhin wird den Eltern gesagt, wie sich das eigene Kind in der Kita verhält, wie der aktuelle Entwicklungsstand eingeschätzt wird oder was eventuell auffällig ist. Und das ausführlich. Im Gespräch mit den Pädagogen ist man eigentlich täglich. Insbesondere bei Problemen oder überraschenden Ereignissen.

Im Gespräch am Freitag wurden uns tolle Sachen erzählt. Seine sprachliche Entwicklung ist sehr gut ausgeprägt, manchmal nuschelt er und seine Bezugserzieherin hat den Eindruck, er hat hin und wieder eine nasale Aussprache. Sie gab uns den Tipp, ärztlich abklären zu lassen, ob er eventuell eine Allergie gegen Pollen hat. Sonst fällt ihr nicht auf, dass er andere Erkrankungssymptome hat, weshalb sie zu der Vermutung kommt, es könnte allergisch bedingt sein. Mein Mann hat eine Pollenallergie gegen alles. Das ganze Jahr über ist er betroffen. Von Dezember bis zur Blüte der Haselnuss im Januar hat er eine kurze Verschnaufpause. Der Kinderarzt sagte, dass unsere Kinder dadurch eine 25% höhere Wahrscheinlichkeit haben, auch Allergien zu bekommen. Wir lassen es also mal überprüfen. Des Weiteren sagte sie, dass sein Sozialverhalten toll ist. Er kümmert sich um die Bedürfnisse von anderen Kindern. Wenn sie traurig oder wütend sind, versucht er sie zu trösten oder fragt, ob alles gut ist. Wenn er nicht weiter weiß, holt er seine Erzieherin. Auch bei Parti passt er auf, wenn sie morgens zusammen im Raum spielen, eh die Gruppenaufteilung beginnt. Ich war sehr stolz, das zu hören. Und auch ein wenig überrascht. Er mag seinen Bruder. Abends, wenn sie sich bettfertig machen sollen, spielen sie zusammen auf der Toilette, wenn sie sich länger nicht sehen, sagt Perlchen, er hat Parti vermisst und er albert sehr gerne für ihn herum. Dennoch habe ich zeitweise stärker das Gefühl, dass Perlchen Parti als gerade nicht so gelegen einschätzt. Wenn Perlchen seine Eisenbahn baut, schließt er am liebsten seine Tür, damit Parti nicht alles kaputt macht. Sobald Parti auf ihn zukrabbelt, sagt er momentan schnell „nein Parti“ und wenn Parti ihn anfasst, meckert er sofort los. Wir versuchen natürlich zu erklären, dass Parti noch nicht alles versteht oder mit Absicht die Eisenbahn kaputt macht, dass er es spannend findet, was sein großer Bruder macht und für Spielzeug hat. Aber Perlchen ist drei Jahre alt und kann das noch nicht gänzlich verstehen oder weiß, dass sich das bald geben wird. Ich hoffe, sie können besser zusammen spielen, wenn Parti älter ist und mehr kann. Er lernt gerade laufen und wenn er dieses Handwerk beherrscht und seinem großen Bruder hinterherläuft, statt zu krabbeln, wird sich die Dynamik ändern. Ich hatte und habe mit meiner Schwester immer eine gute Beziehung. Natürlich gab es Streitereien und wir waren uns nicht immer rosig, aber das gehört dazu und muss auch sein. Daher wünsche ich mir das auch für meine Söhne. Im Urlaub sind sie nie allein, auch zu Hause haben sie immer jemanden zum Spielen und können sich, im besten Fall, immer aufeinander verlassen. Dass wir Eltern dann mehr Zeit für uns haben, ist ein positiver und nicht zu vernachlässigender Nebeneffekt.

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